Lightbulb Question
Thesis Knowhow

Prüfungsordnung, Modulhandbuch & Co.

Studienkompass, Modulplan, Studienordnung: Die einzelnen Akteure im Begriffsdschungel des Hochschulvokabulars könnten wohl ein eigenes Lexikon füllen. Uni — Deutsch; Deutsch — Uni. Diese Hilfestellung brauchen auch die besten Germanistikstudis ab und an. Team Thesius lässt Dich natürlich nicht allein im Begriffsregen stehen! Also: Wer ist diese ominöse Prüfungsordnung, was steht in einem Modulhandbuch und finde ich auch wieder ohne Studienkompass aus der Bibliothek nach Hause? Wir bringen Licht ins Dunkel.


Die Prüfungsordnung

Entgegen ihres Namens, regelt die Prüfungsordnung nicht nur Prüfungen. Eine Prüfungsordnung ist ein gesetzlich bindendes Regelwerk, welches in letzter Instanz sogar vor dem Verwaltungsgericht eingefordert und angefochten werden kann. Die Prüfungsordnung bildet sozusagen das Dach des Begriffsgebildes, welches das Regelwerk Deines Studiums darstellt und in dem die weiteren Termini wie „Studienkompass“ und „Modulhandbuch“ hausen. Meistens gibt es an einer Universität pro Fakultät beziehungsweise Fachbereich eine Prüfungsordnung, die dann für die einzelnen Studienfächer um spezielle Regeln und Bestimmungen ergänzt bzw. spezifiziert wird. So gibt es an der Johannes Gutenberg-Universität beispielsweise eine allgemeine Prüfungsordnung, die für alle Studienfächer der Fachbereiche 02, 05 und 07 gilt. Pro Fach gibt es dann jeweils nochmals Sonderbestimmungen.


Was steht in der Prüfungsordnung?

Wie oben bereits erwähnt, findest Du in der Prüfungsordnung nur die generellen gesetzlichen Vorschriften für Deinen Studiengang, also: generelle Bestimmungen, wie Zugangsvoraussetzungen (vorherige Praktika, Sprachkenntnisse o. Ä.) und einen Abschnitt zu den festgeschriebenen Eckdaten Deiner finalen Thesis (z. B. Bearbeitungszeit). Da die Prüfungsordnung ein gesetzlich und rechtlich bindendes Regelwerk darstellt, müssen Universitäten und Hochschulen sie immer an verabschiedete Neuerungen korrelierender Gesetzestexte anpassen: Gibt es also eine Änderung im Landeshochschulgesetz, so müssen alle Prüfungsordnungen innerhalb dieses Bundeslandes unter die Lupe genommen und eventuell dahingehend abgeändert beziehungsweise angepasst werden. LANDEShochschulgesetz? Ja, korrekt! Bildungsangelegenheiten sind in der Bundesrepublik Deutschland eine sogenannte „Ländersache“, also darf jedes Bundesland hier in einem gewissen Rahmen die Regeln selbst festlegen – deshalb sieht der Aufbau eines Politikwissenschaftsstudiums in Hessen schon direkt etwas anders aus, als in Rheinland-Pfalz. Innerhalb welches gesetzlich übergeordneten Rahmens sich hierbei bewegt werden darf, regelt – wie sollte es auch anders sein – das HochschulRAHMENgesetz, welches auf Bundesebene verabschiedet wird.


Das Modulhandbuch

Zunächst einmal: Genauso wenig, wie der „Semesterapparat“ ein technisches Gerät ist, ist das „Modulhandbuch“ kein wirkliches Buch. Du findest das Modulhandbuch meist als PDF-Datei zum Download auf der Website Deines Instituts beziehungsweise Studienfachs. Es empfiehlt sich auch nicht, diese Seiten alle auszudrucken: Es sind nämlich ziemlich viele! Und das ist in diesem Fall auch gut so, denn das Modulhandbuch regelt nicht mehr nur den allgemeinen rechtlichen Rahmen Deines Studiengangs, so wie die Prüfungsordnung, sondern detailliert all das, was Du auf Ebene der Module und Einzelveranstaltungen über Dein Studium wissen solltest.


Was steht im Modulhandbuch?

Willst Du als Vorzeigestudi durch die Semester marschieren; dann sollte das Modulhandbuch Dein stetiger Begleiter sein. Okay, ganz so dramatisch ist es auch wieder nicht, aber das Modulhandbuch ist das Nachschlagewerk für alle strukturellen und organisatorischen Fragen Deines expliziten Studiengangs. In welchem Fachsemester stehen welche Modul mit wie vielen Veranstaltungen an? Wie viele Semesterwochenstunden Präsenzzeit musst Du für diese Veranstaltungen freihalten und wie viel Arbeitszeit (im Modulhandbuch meist work load genannt) solltest Du für die zu erbringenden Studienleistungen und das Lektürepensum einplanen? Darüber hinaus werden hier die brennendsten Fragen geklärt: Welche Prüfungsform muss für Vorlesung X und das Proseminar Y abgelegt werden? Hier wird genau definiert, welche Leistung erbracht werden muss. Eine mündliche Prüfung über 45 Minuten, schriftliche Hausarbeit über 12 Seiten oder Gruppenreferat von 60 Minuten – Modulhandbuch knows best!


Wozu dient das Modulhandbuch noch?

Auch, wenn das, was im Modulhandbuch steht manchmal dann doch recht weit von Deiner Studienrealität abweicht: Hier wird auch festgehalten, welche Qualifikationen und Kompetenzen Dir durch die jeweilige Veranstaltung vermittelt werden sollten. Wird am Ende des Semester eine sogenannte qualitätssichernde Befragung bei den Studierenden durchgeführt, geht es maßgeblich darum, zu erfassen, ob die zum Ziel gesetzten Kenntnisse auch wirklich vermittelt wurden, sprich: Ob Dein Wissenszuwachs sich mit dem deckt, was im Modulhandbuch als Goal definiert ist.

Hier siehst Du, wie die einzelnen Termini aufeinander aufbauen und welche Regeln welcher Ordnung über- und untergeordnet sind:

Infografik Prüfungsordnung


Begriffe geklärt – Du weißt jetzt, in welchem Text Du welche Infos Dein Studium betreffend findest. Dann kann es eigentlich direkt mit der Planung Deines neuen Semesters losgehen! Damit Dir die Planung auch organisatorisch gelingt, haben wir hier einige Zeitmanagement-Tipps und Methoden, die Dir dabei helfen können. Anstatt eines normalen Semesterplaner-Notizbuchs, eignet sich auch ein kreatives Bullet Journal, um Deinen (Studien)Alltag zu organisieren.


Thesius wünscht Dir viel Erfolg und begleitet Dich durch Dein gesamtes Studium – von der ersten Hausarbeit bis zur Bachelorarbeit und Masterthesis!

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