Academic Life, Health

SMART! Tuning für Dein Oberstübchen

Mit der forschungsbasierten Methode SMART verbesserst Du die Funktionen und Leistungsfähigkeit Deines Gehirns – effektiv, dauerhaft und stressfrei!

  • Was unterscheidet uns von strategisch-visionären Denkern?
  • Warum neigen wir dazu, uns ständig Sorgen darüber zu machen, wie wir uns Namen merken können oder wo unsere Schlüssel sind, anstatt uns darum zu kümmern, unseren kognitiven Speicher, durch den sich eben die wirklich großen Denker auszeichnen, auszubauen oder zu festigen?

Das waren die Fragen, die Sandra Bond Chapman, Gründerin und Chief Director des Center for Brain Health an der University of Texas in Dallas, verwirrten. Sie fragte sich anschließend, ob kognitive High-Level-Funktionen vermittelt oder verbessert werden könnten, und machte sich daran, herauszufinden, wie man dies anstellen könnte.

Mit ihrem Team entwickelte sie das Strategic Memory Advanced Reasoning Training (SMART), ein forschungsbasiertes Gehirntrainings-Programm, das Dich laut den Erfindern in nur wenigen Stunden geistig fit macht: Versprochen werden ein verbesserter Fokus, ein leistungsstärkeres Gedächtnis und eine ergiebigere kognitive Funktion.

Das scheint Dir nicht ganz koscher zu sein? Randomisierte klinische Studien zeigen, dass selbst in relativ kurzen Zeiträumen diese Art des Hirntrainings durchaus Erfolg haben kann!

 

Optimierung in kurzer Zeit

Eine im Jahr 2013 durchgeführte Studie ergab, dass SMART in nur 12 Stunden zu erstaunlichen Veränderungen führen konnte:

  • die Gehirnfunktion verbesserte sich
  • die Durchblutung wurde erhöht
  • der Informationstransfer in allen wichtigen Hirnregionen wurde optimiert
  • die Verbindungen und Synapsen zwischen den Gehirnregionen wurden weiter ausgebildet (was bei über 50-Jährigen zu neuem Lernen und ausgeprägten Denkanstößen ​​führte)

 

Der SMART-Ansatz

Das SMART-Programm konzentriert sich auf die sogenannte Top-Down-Verarbeitung des Gehirns. Stelle Dir nur mal vor, dass Du von jemandem eine Geschichte hörst: Du denkst automatisch über die wichtigsten Themen und die zentralen Aussagen des Gesagten nach. Die Top-Down-Verarbeitung ist nun der Prozess, in dem Du Dich auf die spezifischen Details konzentrieren musst, um zu verstehen, was genau gesagt wird, um den Informationsgehalt sowie die Relevanz abschätzen zu können. Diese Grundlagen zu beherrschen ist extrem wichtig – wenn man diese Denkweise nicht verinnerlicht, ist es schwer, visionär zu denken, so Chapman. Um die Fähigkeit des Gehirns, in weitergefassten und größeren Zusammenhängen zu denken, zu schulen wurde das SMART-Programm entwickelt:

 

S = Specific (spezifisch)

Die Ziele, die Du Dir setzt, sollten konkret formuliert sein. Was genau möchtest Du erreichen?

Tipp: Nimm Dir nicht vor, jetzt demnächst mal in die Bib zu gehen, sondern lege die genauen Tage und möglichst auch die genaue Uhrzeit fest!

 

M = Measurable (messbar)

Sorge dafür, dass Du Deinen Erfolg messen und Dir den Erfolg vor Augen führen kannst.

Tipp: Sage Dir nicht, Du willst in der Woche viele Seiten für Deine Abschlussarbeit schreiben, sondern: „Ich nehme mir vor, das Kapitel 4 zu vollenden und mit Kapitel 5 anzufangen.“

 

A = Achievable (erreichbar)

Ist Dein Plan zu schaffen? Steckst Du Dir Dein Ziel zu hoch und erreichst es nicht, ist die Enttäuschung umso größer. Lieber klein anfangen und größer werden.

Tipp: Sich vorzunehmen, in zwei Tagen 500 Karteikarten mit all dem Lerninhalt aus allen Vorlesungen zu beschriften – unrealistisch. Lieber die Anzahl der Karten pro Tag auf 50 beschränken und dafür umso konzentrierter bei der Sache sein.

 

R = Realistic (realistisch)

Sei realistisch und schätze die Situation richtig ein. Dann ist der Erfolg auch auf Deiner Seite.

Tipp: Du hast viel um die Ohren, Prüfungsstress und gehst nebenbei auch noch einem Nebenjob nach? Dann macht es wenig Sinn, die Zeit, die zum Lernen bleibt, zu überschätzen. Fang frühzeitig an und bleib am Ball. Und wenn es nur eine Stunde am Abend ist.

 

T = Time framed (zeitlich eingerahmt)

Setz Dir eine Deadline. Bis wann möchtest Du das Ziel (oder einzelne Etappen) erreicht haben? Eine zeitliche Beschränkung sorgt für einen gewissen Druck, erhöht die Motivation und beugt Prokrastination vor.

Tipp: Mache Dir einen Zeitplan – z.B. für Deine Bachelorarbeit!

 

Intensiver Fokus statt Multitasking

Die Fähigkeit, den Fokus auf bestimmte Dinge legen zu können, ist für das Gedächtnis und das Lernen von wesentlicher Bedeutung. Das SMART-Programm lehnt Multitasking ab und rät stattdessen zur wirklichen und absoluten Konzentration auf die aktuelle Aufgabe.

„Es ist schon paradox – einige Dinge, von denen wir denken, dass sie gut für unser Gehirn sind, hält die Hirnforschung fast schon für Gehirn-Tabak, also für extrem schädlich“, so Chapman. Beispielsweise würde die Arbeit des Gehirns durch Multitasking, Informationsüberflutungen und ständige Unterbrechungen wesentlich beeinträchtigt.

Die Steigerung der Produktivität und der Lerneffekt sind enorm, wenn wir aufhören zu versuchen, mehrere Dinge auf einmal zu tun. Um den richtigen Fokus legen zu können, lehrt SMART, wie irrelevante oder unpassende Dinge blockiert werden können und wie es gelingen kann, Probleme bereits an deren Wurzeln zu verstehen.

 

Leistung steigern und Stress vermeiden

Wenn wir ständig unsere Aufmerksamkeit von einer Sache auf eine andere verlagern, hemmen wir laut Chapman unsere Fähigkeit, zu lernen und Dinge wirklich zu erledigen. Dabei muss differenziert werden: Es ist es zum Beispiel völlig in Ordnung, während der Zubereitung des Abendessens Fernsehen zu schauen – das Essen gelingt auch mit Arte im Hintergrund. Zu versuchen E-Mails zu beantworten, während man sich eigentlich auf ein großes Schreibprojekt konzentrieren muss, ist dagegen eine schlechte Idee und wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit negativ auf die effiziente Erledigung beider Aufgaben auswirken. Um Stress zu vermeiden solltest Du also eins nach dem anderen machen. Das ist leichter gesagt als getan, kann sich auf Dauer aber positiv auf Dein Wohlbefinden auswirken und Deine Leistungen optimieren.

 

Integrative Argumentation

Die integrative Argumentation schärft und schult die mentalen Werkzeuge und die kognitive Kontrolle mit dem Ziel einer genaueren Fokussierung, sodass die eingehenden Informationen schnell gescannt werden und so die kritischen Details herausgefiltert und dann zügig nachbearbeitet werden können. So werden die Informationen in einen größeren Zusammenhang gestellt und können übergeordneten Ideen zugeordnet werden. Die integrative Argumentation sorgt für eine optimierte Bewertung dessen, wie Details als Puzzleteile ins große Bild passen. Es gilt, breitere Perspektiven zu erlangen��und eine generelle Fähigkeit zu entwickeln, den Fokus nicht bloß oberflächlich schweifen zu lassen, sondern auch die Tiefe und Breite eines Projekts im Blick zu haben.

 

Psychische Flexibilität

Die Fähigkeit, vielfältige Sichtweisen und Perspektiven zu betrachten, ist ein anderes und möglicherweise überraschendes Element, um die eigene geistige Schärfe und die kognitiven Funktionen zu verbessern. Dafür ist es auch wichtig, die eingehenden Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und auch auf neue Weise zu verarbeiten.

Bald soll es dafür eine die Leistungen des Gehirns optimierende SMART-App namens „BrainHealth“ geben. Bis es so weit ist, gibt es viele Dinge, die wir tun können, um unsere Gehirnfunktionen zu optimieren und zu entlasten. Dazu gehört die Nutzung von technischen Tools zur Unterstützung während der PC-Arbeit.

 

Destillieren und zusammenfassen

Chapman rät, wie ein Reporter zu denken. Das bedeutet, bei Informationen, Geschichten etc. zunächst auf das thematische Schlüsselelement sowie die breitere Story zu achten, um sich anschließend auf die jeweiligen Schwerpunkte und einzelne Bedeutungen zu konzentrieren.

Zwischen dem „Big-Picture“, den Details und der Bedeutung für uns selbst hin und her zu switchen hilft dabei, ein besseres Verständnis zum Sachverhalt zu entwickeln und auch mehr zu lernen. „Wenn es uns gelingt Informationen bereits durch die Art und Weise der Aufnahme zu verarbeiten, sie zu abstrahieren und anzuwenden, werden die Veränderungen im Gehirn drastisch sein“, prophezeit Chapman.

 

Neue Ansichten erforschen

Sich zu zwingen, auf neue Weise zu denken und ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie andere Menschen Informationen aufnehmen und die Dinge sehen, ist ein weiterer wichtiger und sicherlich nicht ganz einfach zu verwirklichender Bestandteil der SMART-Methode.

Um visionäre Fähigkeiten entwickeln zu können, ist das Denken auf einer breiteren Basis elementar. Es soll ermöglichen, sich mit bestimmten, auch unbequemen, angsteinflößenden Situationen sachlich auseinandersetzen zu können, ohne dabei emotional zu reagieren. Wer zunächst das große Ganze betrachtet und die Situation erfasst, kann für sich selbst entscheiden, welche gefilterten Informationen er an sich heranlässt – und welche nicht.

 

Mach mal Pause

Schon ein paar Fünf-Minuten-Pausen am Tag (abgesehen von einem erholsamen Schlaf), in denen PC-, Smartphone- und Tablet-Abstinenz angesagt ist, gönnen dem Gehirn Ruhe, ermöglichen den Gedanken Freilauf und offenbaren teils bemerkenswerte Brainstormingideen. Mehr braucht’s nicht. Das kennst Du bestimmt auch: Eine Pinkelpause in stressigen Phasen der Abschlussarbeit oder während einer Klausur kann manchmal wahre Wunder bewirken und sorgt für frische Energie. Die besten Ideen kommen meist dann, wenn man aufhört, stetigen Druck auf die Gedächtnisleistung auszuüben und „mal runterkommt“. Einfach mal relaxen – eine fabelhafte Möglichkeit, den Gehirnakkustand und die geistige Energie aufzuladen.

 

 

Lese lieber weniger – dafür aber ganz genau

Hör auf, alles über alles wissen zu wollen. Sei selektiv bei der Auswahl der Informationen, die Du Deinem Gehirn zumutest. Anstatt jeden Morgen Dutzende von Geschichten, Artikeln und sonstigen Informationsquellen zu überfliegen, wähle lieber eine Handvoll aus, auf die Du Dich dann wirklich konzentrieren kannst – diese Informationen behältst Du dann auch, da Dein Gehirn nicht überfordert wird.

Je mehr Informationen wir gleichzeitig aufzunehmen versuchen, desto flacher ist unser Denken und dem Hirn fällt die Verknüpfung und Filterung schwer – bildlich gesprochen gleicht der Informationswust dann einem zersplitterten Spiegel oder mehreren Puzzleteilen.

Zu glauben, man würde schlauer werden, wenn man 20 Dinge gleichzeitig und schnell registrieren bzw. aufnehmen kann, hat sich als Trugschluss herausgestellt. Die Wissenschaft hat gezeigt, dass die klügsten Köpfe diejenigen sind, die die Kunst der Selektierung von eingehenden Informationen beherrschen, die zwischen wichtig und unwichtig unterscheiden und Irrelevantes buchstäblich blockieren können.
S. B. Chapman

Der Schlüssel zum Erfolg

Oftmals erscheinen Multitasking, Überfliegen oder Querlesen und das schnelle Abarbeiten von vielen Aufgaben hintereinander als die wirksamsten Methoden der Leistungserbringung. Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Chapman darin, einen selektiven und intensiven Fokus auf einen oder wenige Tasks zu legen und auf einer tieferen Konzentrationsebene zu arbeiten. Durch das Bestreben, schnell viele Informationen aufnehmen zu wollen, verpulvern wir unsere Energie und sind folglich geistig ausgelaugt. Eine entladene Batterie ist viel zu erschöpft, um auf einer wirklich tieferen Ebene intensiv denken und effiziente Arbeit leisten zu können.

Die Verbesserung unserer kognitiven Leistung ist nur dann möglich, wenn wir den Input verlangsamen, Unterbrechungen und Ablenkungen vermeiden und uns darin üben, den Fokus auf die Aufgabe oder Informationen zu legen, mit denen wir gerade jetzt in diesem Moment beschäftigt sind, oder die aktuell Relevanz für unser Vorhaben aufweisen.

 

Was bringt mir SMART?

Folgst Du diesem Ansatz, warten viele geistige Verbesserungen auf Dich, verspricht die Initiatorin Sandra Bond Chapman:

Kognitive Auswirkungen

  • auf das strategische Denken
  • auf die Fähigkeit, Entscheidungen zu fällen
  • auf die Fähigkeit, Probleme zu lösen
  • auf die Verbesserung der Argumentation
  • auf die psychische Flexibilität

 

Real-Life-Optimierung

  • mehr Effizienz
  • Reduzierung der Belastung
  • Erhöhte mentale Energie
  • Verbesserte Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Verbesserte Fähigkeit der Hemmung
Too much information – je mehr Informationen wir gleichzeitig aufzunehmen versuchen, umso flacher ist unser Denken, umso stärker gleicht das Gehirn einem zersplitterten Spiegel.
S. B. Chapman

 

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