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Ein Beispiel für die Einleitung einer Bachelorarbeit

Die Einleitung der Bachelorarbeit ist unheimlich wichtig für den ersten Eindruck und ein elementares Element Deines akademischen Textes. Wir haben für Dich deshalb die wichtigsten Punkte rund um die Einleitung Deiner Bachelorarbeit zusammengefasst. Damit Du nicht nur einen theoretischen Einblick bekommst, zeigen wir Dir hier auch ein Beispiel für die Einleitung der Bachelorarbeit aus einer mit „sehr gut“ bewerteten Arbeit. Los geht’s!
 

Die ideale Einleitung der Bachelorarbeit

Genau wie ein gelungenes Inhaltsverzeichnis sollte der Anfang Deiner Bachelorarbeit zum Lesen anregen und den Leser an die Thematik heranführen. Um das zu erreichen, solltest Du versuchen, aktuelle Bezüge herzustellen und die Relevanz Deines Themas für Deinen Forschungsbereich zu unterstreichen. In der Einleitung Deiner Thesis solltest Du außerdem Deine Fragestellung umreißen sowie die Wahl Deines Bachelorarbeitsthemas begründen. Stelle Dir einfach vor, Deine Einleitung ist wie eine Erklärung zu einem Stadtplan – den muss man schließlich auch erstmal grob verstehen, bevor man mit ihm arbeiten kann. Zunächst kann es hilfreich sein, sich ein paar Beispiele von Bachelorarbeiten anzuschauen. Diese findest Du in unserer Übersicht für Bachelorarbeiten nach Fächern sortiert.
 
Die Einleitung Deiner Bachelorarbeit sollte idealerweise zwei Kritierien erfüllen: Einserseits muss formal sauber gearbeitet werden, damit alle Fragen beantwortet sind, die in einer wissenschafltichen Arbeit in der Einleitung geklärt werden müssen. Andererseits sollte sie auch ansprechend geschrieben sein: Deine Betreuerinnen und Betreuer sollen ja Lust auf die Arbeit bekommen!
 

Die Gliederung der Einleitung für die Bachelorarbeit: Fragestellung und Forschungsstand

Die BA-Einleitung dient dazu, Dein Thema vorzustellen und es in den aktuellen Forschungsstand einordnen. Was ist die aktuelle Lage, wo gibt es offene Probleme und wie knüpft Dein Thema an diesen Status an?
 
Beschreibe das Problem!
Die Einleitung sollte Deine Forschungsfrage darstellen und rechtfertigen. Dabei solltest Du darauf achten, auch eben diese Eingrenzung Deines Themas zu begründen. Jeder Leser stellt sich am Anfang schließlich dieselben Fragen: „Worum geht es hier?“ und „Warum ist das wichtig?“
 
Formuliere das Ziel Deiner Bachelorarbeit!
Was sollte idealerweise am Ende Deiner Bachelorarbeit herauskommen? Eine Bachelorarbeit ist kein Krimi, bei dem es Spoiler zu vermeiden gilt. Lasse Deinen Leser in keinerlei Hinsicht im Unklaren über bereits vorhandene Fakten, die Du selbst schon zu Beginn Deiner Abschlussarbeit kennst. Fasse Dich dennoch kurz und vermittle Deinem Leser einen knappen und wissenschaftlichen Überblick über die Sachlage – ein künstlerisch ausgefeilter Spannungsaufbau á la Aristoteles hat hier nichts zu suchen.
 

Die W-Fragen für die Einleitung

Folgende Punkte solltest Du mit Deiner Bachelorarbeits-Einleitung beantworten:
 

  • Was ist das Thema der Arbeit?
     

  • Wie lautet die Forschungsfrage?
  •  

  • Warum ist das relevant?
  •  

  • Was wissen wir schon?
  •  

  • Was wissen wir noch nicht?
  •  

  • Wie möchte ich die Forschungsfrage beantworten?

 

Erkläre und begründe Deine Methode und Herangehensweise

Insbesondere der letzte Punkt ist sehr wichtig und wird in der Einleitung der Bachelorarbeit gerne vergessen: Wie möchte ich die Forschungsfrage beantworten? Du musst also die Methode und Herangehensweise an Dein Thema beschreiben. Arbeitest Du empirisch oder rein literarisch? Beschreibe und begründe, was Du tust. Die Einleitung Deiner Bachelorarbeit ist gemeinsam mit dem Inhaltsverzeichnis ihr Aushängeschild. Sie vermittelt Deinen Betreuern einen ersten Eindruck über Dein Forschungsvorhaben. Dieser Eindruck wird sich durch die Lektüre Deiner Arbeit ziehen. Ein guter Einstieg hilft also nicht nur Dir und Deinem Leser, einen idealen Einstieg in Deine Bachelorarbeit zu finden. Sie kann sich auch positiv auf die Benotung auswirken, denn eine gute Einleitung bedeutet meist auch eine bessere Note. Schließlich ist sie a) Teil des wissenschaftlichen Textes und b) prägend für die Erwartungshaltung Deiner Betreuerinnen und Betreuer. Die Mühe, die eine gute Einleitung verlangt, zahlt sich also aus!
 

Wann schreibe ich die Einleitung?

Die einleitenden Wort wecken verschiedene Erwartungen bei Deinen Leserinnen und Lesern. Gleichzeitig geben sie eine Übersicht, wie Du in Deiner Bachelorarbeit vorgehen wirst und erklären, worum es genau gehen wird. Deswegen ist es wichtig, die geweckten Erwartungen nicht zu enttäuschen. Um dies besser gewährleisten zu können, bietet es sich an, die Einleitung als einen dynamischen Text zu begrifen. Während Du den Hauptteil und sogar während Du das Fazit Deiner Bachelorarbeit schreibst, verändert sich Deine Arbeit. In der finalen Version der Einleitung beschreibst Du faktisch nicht, was du (voraussichtlich) tun wirst, sondern, was Du bereits getan hast. Dennoch ist es nicht falsch, die Einleitung am Anfang des Schreibprozesses zu verfassen. So fokussierst Du Dich selbst und machst Dir nochmal klar, was Du eigentlich erreichen willst. Diese erste Version wächst dann mit Dir und Deiner Arbeit mit.
 

Ein Beispiel einer guten Einleitung einer Bachelorarbeit

Neben so viel Theorie darf auch die Praxis nicht fehlen! Damit Du eine bessere Vorstellung davon bekommst, wie so ein Beginn einer Abschlussarbeit aussehen kann, stellen wir Dir die Einleitung einer Arbeit aus der Literaturwissenschaft vor.
 

Titel der Arbeit: Zur Idyllenkonzeption in Jean Pauls Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal
 
Jean Pauls Werk Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal. Eine Art Idylle wurde 1793 im Anhang des Romanfragments Die unsichtbare Loge veröffentlicht. Besonders auffällig ist dabei der Untertitel Eine Art Idylle. Einerseits trifft dieser bereits vor der Lektüre des eigentlichen Textes eine Zuordnung desselben zur Gattung der Idylle, andererseits relativiert er diese Kategorisierung zugleich und lässt sie so zweifelhaft erscheinen. Was also bedeutet Eine Art Idylle?
In den allerersten Sätzen wird die Arbeit in den richtigen Kontext gesetzt und ein Aufhänger gewählt.
 
In seiner 1804 veröffentlichten Vorschule der Ästhetik und im Billett an meine Freunde äußert sich Jean Paul auch theoretisch zur Gattung der Idylle und kritisiert deren bisherige Tradition scharf. Auch die Idyllensatire Hafteldorns Idylle auf das vornehme Leben lässt Rückschlüsse auf seine Idyllentheorie zu. In Bezug auf den Untertitel des Leben des vergnügten Schulmeisterlein Wutz in Auenthal stellt sich in diesem Zusammenhang folgende Frage: Stellt diese Erzählung deshalb eine Eine Art Idylle dar, weil sie, wie von Jean Paul gefordert, dem traditionellen Idyllenentwurf nicht mehr entspricht, oder weicht das Leben des vergnügten Schulmeisterlein Wutz in Auenthal auch von dessen eigenem, obschon später veröffentlichten, Idyllenkonzept ab? Der Untertitel lässt beide Varianten möglich erscheinen. Ziel dieser Bachelorarbeit ist die Untersuchung dieser Frage.
Hier wird die Fragestellung hergeleitet und klar formuliert.
 
Zu diesem Zweck wird in Kapitel 2 zunächst Jean Pauls Idyllentheorie dargestellt. Diese wird in einem nächsten Schritt im Kapitel 3 mit der Idyllenkonzeption im Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal abgeglichen. In Kapitel 4 erfolgt schließlich eine Synthese der gewonnenen Erkenntnisse sowie ein Ausblick auf weitere Forschungsansätze.
Hier wird das Vorgehen und davon abhängig auch die Gliederung der Arbeit kurz umrissen.
 
In der Forschungsliteratur ist in Bezug auf die hier behandelte Problematik eine Entwicklung zu verzeichnen. So sieht beispielsweise Küpper die Erzählung in seinem Aufsatz Jean Pauls „Wuz“. Ein Beitrag zur literarhistorischen Würdigung des Dichters aus dem Jahr 1928 als eine geradezu idealtypische Idylle nach Jean Paul und interpretiert den Untertitel ausschließlich im Rahmen der vom Dichter vorgenommenem Gattungserweiterung. Diese Auffassung ist in den meisten wissenschaftlichen Arbeiten jüngeren Datums nicht mehr anzutreffen. Seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts rückte das Spektrum der Idyllik Jean Pauls im Gesamten in den Fokus der Forschung, was erstmals auch eine ernsthafte Beschäftigung mit der hier behandelten Problematik mit sich brachte. Exemplarisch ist hier vor allem Wuthenows Aufsatz Gefährdete Idylle zu nennen.
Hier erfolgt ein Foschungsüberblick.
 
Zu kritisieren ist dabei jedoch, dass eine Einbeziehung der idyllentheoretischen Schriften Jean Pauls bzw. die Unterscheidung zwischen diesen und seinen als Idyllen eingeordneten Schriften in der Forschungsliteratur insgesamt zu wenig erfolgt. Von einem zufriedenstellenden Forschungsstand kann daher nicht gesprochen werden. Vor allem in den letzten Jahrzehnten hat die Diskussion um diese Thematik stark nachgelassen. Die Fragen, die sich im Zusammenhang mit Jean Pauls Idyllentheorie und seinen idyllischen Schriften und Werken ergeben, können daher keineswegs als ausdiskutiert bezeichnet werden. Diese Bachelorarbeit soll hier einen Beitrag leisten.
Zum Schluss wird das Forschungsdesiderat aufgezeigt und die Bedeutung der eigenen Arbeit betont.
 

 

Aller Anfang ist schwer … im wahrsten Sinne des Wortes!

Jetzt bist Du dran: Leg los! Wir freuen uns, wenn Du Dich und Deine Arbeit auf Thesius registrierst, um mit anderen in den Austausch zu kommen! Bei Fragen rund um die Bachelorarbeit kannst Du auch unser wissenschaftliches Forum zu Rate ziehen. Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deiner Arbeit!
 
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