Prüfungsangst



  • Als ich mit meinem Studium angefangen habe, hatte ich auch wahnsinnig große Prüfungsangst. Ich hab' das wirklich kaum ausgehalten. Immer pünktlich, ein Monat vor den Klausuren fing bei mir der Stress richtig an. So eine Grundnervosität und angespannt sein. Richtig schlimm :( In den Seminaren hatte ich dann je näher die Klausuren rückten einen höheren Puls. Ich hab' kaum schlafen können und so Bammel vor den normalen Prüfungstagen gehabt, wie andere nur beim Jura-Examen haben.

    Mich besser auf die Prüfungen vorzubereiten, war kaum möglich. Ich hab' mich eigentlich Tag und Nacht mit dem Stoff auseinandergesetzt und gebüffelt bis zum Umfallen. Alle möglichen Lernmethoden angewandt, tausend Karteikarten geschrieben, Zusammenfassung nach Zusammenfassung geschrieben, die vollständige Pflichtlektüre gelesen, die weiterführende Lektüre gelesen, das Skript Wort für Wort auswendig gekonnt. UND trotzdem mega Prüfungsangst gehabt. Es war sogar gegenteilig der Fall... ich hab' mehr Angst und Panik bekommen, je mehr Lernerei ich investiert hatte, weil ich solche Angst hatte, dass all die Arbeit umsonst gewesen sein könnte.

    Eine Klausur war besonders schlimm. Der Prof war gefürchtet, hat auch ständig betont, wie viele durch seine Prüfung fallen, auch nach dem Drittversuch und er war richtig stolz drauf, meinte die Uni hat wegen ihm keine Probleme mit Versagern. Das war so richtig hart. Manchmal hat der auch solche dummen Sprüche gebracht wie: "Ich bin der Exmatrikulator". Fanden viele irgendwie komischerweise witzig, aber für mich war es dann komplett vorbei. Ich hab das ganze Semester Schiss vor dieser Klausur gehabt und in jeder einzelnen Vorlesung am Anfang einen Puls von 180. Ich hab' locker 10 Stunden an meinen freien Tagen für die Prüfung gelernt und überlegt, andere Klausuren zu schieben, weil ich so Angst hatte, bei dieser zu versagen. Normalerweise schiebe ich nie Prüfungen, aber da hab' ich es dann gemacht, weil ich vor lauter Prüfungsangst nicht mehr klar gekommen bin.

    Am Tag von der Klausur (wir haben um 12:15 geschrieben) musste ich mich vor Beginn der Prüfung viermal (!!) übergeben vor lauter Aufregung, Also ich kenn das, @suki! Ich hab' mir fast in die Hose gemacht vor lauter Angst. Was natürlich auch nicht mehr hilft, sind meine Freunde und Familie. Dadurch, dass ich fast immer eine 1,0 schreibe, nimmt mich niemand von meiner Familie oder meinem Freundeskreis ernst. Aber die Angst ist ja da! Und Ängste sind doch meistens irrational? Auf jeden Fall habe ich die Klausur geschafft, habe eine 1,3 geschrieben bei einem Schnitt von 2,9 und hatte mit die beste Note. Aber trotzdem war es ja schrecklich. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Körper diesen Stress richtig braucht um zu funktionieren. Wie so ein Aberglaube... weil ich dreh ja jedes Mal durch, werde aber jedes Mal mit einer guten Note "entlohnt".

    Ich bin ja zum Glück fast am Ende und muss nun nur noch die mündliche Prüfung bestehen, aber keine Klausuren mehr. Eigentlich erwartet jeder von mir, dass ich den Master mache, weil mein Bachelor so gut ist, aber nur der Gedanke an weitere Prüfungen lässt mich zurückschrecken.



  • Ich habe Glück, dass ich eigentlich nie Prüfungsangst habe. Das war schon während dem Abitur so und hat sich bisher nicht geändert. Irgendwie habe ich auch das Gefühl, dass mehr meine Mädels Prüfungsangst haben als meine Kumpels. Rein rational verstehe ich zwar warum Leute Prüfungsangst haben, aber bei mir gibt es nicht mal einen hohen Puls oder dergleichen. In der Uni ist es ja meistens noch entspannter als es in der Schule war. Wenn ich merke, dass ich mit der Note wahrscheinlich nicht zufrieden sein werde, streiche ich alles durch oder lösche meine Antworten und schreib' nächstes Semester nochmal. Man hat ja drei Versuche. Bisher habe ich das immer so gemacht und einen ziemlich guten Schnitt.



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