Arbeitslos nach Bachelor



  • Das Problem bei diesen Statistiken ist aber, dass nichts darübe rgesagt wird, was die Leute genau machen. Natürlich bleiben Akademiker nicht langzeitarbeitslos. Ob sie aber eine leitende Position in einer großen Stiftung oder einen Halbtagsjob an der Kasse haben, bleibt doch uneklärt.



  • Ja, das mag schon sein. Allerdings: In meinem Umfeld hat jeder einen "ordentlichen Einstieg" geschafft, unabhängig vom Fach. Spitzenverdiener in meinem Freuindeskreis direkt nach dem Studium war übrigens ein Romanist ;)



  • @larisse Wie wäre es denn mit einem Master in Praktischer Philosophie? Klingt eigentlich ganz interessant, z. B. hier in Kiel: https://www.studium.uni-kiel.de/de/studienangebot/studienfaecher/praktische-philosophie-der-wirtschaft-und-umwelt-ma
    Praktische Philosophie der Wirtschaft und Umwelt vermittelt auf jeden Fall nochmal ein etwas breiteres Feld. Kommt natürlich darauf an, was du genau machen willst. Schau doch einfach mal nach verschiedenen Masterprogrammen! Ansonsten ist Praxiserfahrung doch immer das Wichtigste..wenn es wirklcih kein Master sein soll, kannst du auch versuchen noch Praktika zu machen und dann darüber einen Job zu finden.



  • Ich bin auch bald mit meinem Bachelor fertig und hab' mega Schiss, keine Arbeit zu finden. Glaub das wird echt schwierig. Schon Praktika zu finden war fast unmöglich, weil ich in den Bewerbungsgesprächen immer so abartig nervös werde, dass der Arbeitgeber oder Personaler denkt ich wär ein schwitzender Creep :(



  • @jonat Hast du schon mal überlegt warum du so nervös wirst? Bist du generell eher introvertiert? :)



  • cleo, ich glaube der größte Grund für meine Nervosität beim Vorstellungsgespräch, ist meine Angst zu versagen. Wenn ich mich für "unwichtige" Nebenjobs beworben habe, war ich nie nervös sondern meistens ganz souverän. Aber sobald es mir wichtig ist, wie bei den Vorstellungsgesprächen für mein Pflichtpraktikum dann geht es bergab. Vor allem wenn dann die Fragen zu Stärken und Schwächen kommen. Egal wie viel ich vorher übe und wie gut meine Vorbereitung ist, es kommt immer was komisches raus. Glaub' nicht, dass ich generell introvertiert bin. Deswegen hab' ich ja so einen Horror davor, weil es mich selbst so überrascht. Ich will nicht arbeitslos nach dem Studium sein, nur weil ich meine Nervosität nicht im Griff hab. Meine Noten sind immer gut und eingeladen wurde ich bisher auch ziemlich oft.



  • Versuche ein bisschen den Druck loszuwerden und dich zu entspannen. Für mich klingt das ganz danach, dass du dich einfach zu belastet fühlst. Überlege dir vor dem Vorstellungsgespräch, was im schlimmsten Fall passieren kann: Du bekommst die Stelle nicht. Das klingt erstmal hart, ist es aber nicht. Halte dir vor Augen, wie viele andere Bewerber auch Absagen bekommen, dass Absagen die Regel sind und Zusagen die Ausnahme, dass das nicht der letzte vakante Job ist... und so weiter!

    Vielleicht helfen dir auch Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Atemübungen?



  • Hey cleo danke für deine weiteren Tipps. Ich wird das auf jeden Fall in Zukunft beachten. Stimmt, das Worst Case Scenario ist immer noch kein Weltuntergang. Auf Atemübungen steh ich jetzt nicht so, ehrlich gesagt. Hab nicht das Gefühl, dass mir das wirklich was bringt.



  • Hallo liebes Forum,

    es ist lange her, dass ich mich das letzte Mal hier angemeldet habe und das fällt mir auch nicht leicht. Dennoch wollte ich hier berichten, wie es weiterging, und ich hoffe immer noch hilfreiche Tipps oder einfach nur weitere "Leidensgeschichten".

    Leider bin ich immer noch arbeitslos und inzwischen habe ich das berühmte Jahr, das es angeblich durchaus dauern kann, bis man etwas findet, deutlich überschritten. Vermutlich bin ich inzwischen an dem Punkt, an denen die lange Untätigkeit im Lebenslauf den Firmen sehr negtiv auffällt und die sich denken, dass es ja an irgendetwas liegen muss. EIn Teufelskreis quasi.

    Ich habe inzwischen endlos viele Bewerbungen geschrieben, aber schon zwei Monaten gar kein Gespräch mehr gehabt. Vorher hatte ich relativ regelmäßig EInladungen, so einmal im Monat. Geklappt hat es nie, oft war es knapp (und das hat man mir auch noch genau so gesagt -_-). Meine größten Hoffnungen hatte ich in ein Assessment Center beim Rundfunk gesetzt, aber auch das wurde nichts.

    Inzwischen bewerbe ich mich auch auf Stellen, die halbwegs passen, auch, wenn ich in den Bereich gar nicht will (zum Beispiel Trainee-Stellen im Personal).

    Ich bin inzwischen total verzweifelt und kann gar nicht glauben, dass ausgrechnet mir das passiert. Alle meine Freunde aus dem Studium haben inzwischen etwas gefunden. Alle außer mir. Die tröstenden Worte kann ich nciht mehr hören, mein Sozialleben leidet.

    Angeblich herrscht ja quasi Vollbeschäftigung und aufgrund des Mangels haben auch Anfänger eine Chance. Was mache ich also falsch?

    Ging es hier jemandem genauso? Ich würde mich wirklich sehr freuen über ähnliche Erfahrungen und praktische Tipps.



  • Hey Larisse,

    was ist aus deinen Gedanken geworden, den Master draufzusatteln? Hast du was gefunden? Wie wäre es eventuell mit einem Zweitstudium, das auf dem Arbeitsmarkt beliebter ist? Für welche Jobs hast du dich bisher beworben? Wie stehst du einer Selbstständigkeit gegenüber? Wie ist deine aktuelle Lebenssituation nach einem Jahr Arbeitslosigkeit?

    Du siehst, Fragen über Fragen! Ich finde es total schade, dass Philosophie auf dem Arbeitsmarkt so wenig gefragt ist. Studierende, die dieses Fach abgeschlossen haben, haben meiner Meinung nach ihre Kompetenz in lösungsorientiertem Denken, allgemeiner Intellekt, Disziplin und Leidenschaft mehr als unter Beweis gestellt!

    Kannst du dir vorstellen, wenn das nicht schon die Berufe waren, für die du dich beworben hast, im HR Bereich zu bewerben? Vermutlich ist da die Konkurrenz aber auch groß :(

    Wie sehen deine Motivationsschreiben aus? Vielleicht hängt's dadran auch und du musst mehr erklären, warum dein zukünftiger Arbeitgeber von dir (vermutlich fachfremd) profitieren kann. Schnelle Auffassungsgabe, Motivation, Disziplin, Eigenverantwortlichkeit, starke Kommunikation, sind so Schlagwörter, die ich mir jetzt so auf Anhieb einfallen, mit denen du eventuell punkten könntest.

    Wie suchst du nach Jobs? Nur auf den Stellenanzeigen Seiten oder suchst du auch gezielt nach kleineren Firmen, deren Internetauftritt vielleicht nicht so leicht auffindbar ist?

    Nach einem Jahr würde ich an deiner Stelle - so sehr wie es schmerzt - fast alles annehmen, was dir angeboten wird. Auch wenn es nur eine halbe Stelle oder eine Vertretung für jemanden in Mutterschaftsurlaub oder Elternzeit ist. Wenn du bereits den berühmt-berüchtigten Fuß in der Tür hast, geht es bestimmt einfacher - auch bei anderen Arbeitgebern.

    Kannst du an Bewerbungstrainings und Bewerbungsunterlagen-Checks teilnehmen, falls du das noch nicht getan hast? Kannst Du evtl. betriebswirtschaftliche Zusatzqualifikationen draufsatteln?

    Lass den Kopf nicht hängen und versuch deine Energie nicht in Selbst-Bashing zu verschwenden. Verstehe, dass deine Situation echt hart ist und du allen Grund hast zu verzweifeln aber bringen tut es dir letztendlich nichts!

    Was mir sonst noch einfällt - frage vielleicht deine Freunde aus deinem Studium wo sie angefangen haben und ob es noch Vakanzen gibt? Nach einem Jahr sind vielleicht wieder Stellen frei und deren Arbeitgeber hat ja schon gezeigt, dass sie offen sind für Philosophie Studenten. Ich würde da einfach mal rumfragen und meinen Stolz runterschlucken. Hol dir Tipps von denen ein, die es schon geschafft haben! Es gibt doch sicher auch ein Alumni Netzwerk an deiner ehemaligen Uni?

    Hoffe ich konnte dir ein paar Denkanstöße geben!


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