Doktorand als Freund...?



  • Hello zusammen,

    ja, mal ein Thema, das nicht das wissenschaftliche Schreiben oder den akademischen Betrieb in den Fokus nimmt, sondern das Drumherum.

    Ich bin jetzt zwei Jahre mit meinem Freund zusammen. Er ist ein wenig älter als ich und promoviert seit nun 6 Jahren. Parallel dazu arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut. Anfangs fand ich das irgendwie cool und ganz sexy, haha, mit der Diss aber mittlerweile merke ich, wie die dadurch entstehenden Probleme auf mich überschwappen. Ich selbst habe eben nicht promoviert und es auch nicht vor – der akademische Betrieb ist so gar nicht meine Welt – und in letzter Zeit streiten wir häufiger über seine Diss... Wie gesagt: ich kann mich da nicht so reindenken aber ich verstehe auch nicht, wieso er nicht endlich mal fertig wird bzw. finalisiert und abgibt. Er hat schon zwei Verlängerungen mit drin und um ehrlich zu sein, bin ich davon ausgegangen, dass er zum jetzigen Zeitpunkt damit halt schon längst durch ist. Für mich fallen da eben dann auch aktuell gemeinsame Zeit und sogar Urlaube weg. Auf der anderen Seite fühle ich mich wie eine Tyrannin, weil ich ihn ja in seinem Vorhaben unterstützen sollte und das auch tue, aber mir mangelt es aktuell einfach an Verständnis für diese "Ich habe zwar 180 Seiten aber ich kann noch nicht abgeben" Einstellung.

    Gibts jemanden in einer ähnlichen Situation, der mir ein paar Erfahrungensstories erzählen kann? Wie gesagt: Ich will ja gar nicht so rumnerven und stressen, aber ich habe das Gefühl, er lässt es irgendwie phasenweise mega schleifen und dann bricht wieder danach Stress aus, worunter dann die gemeinsame Zeit leidet... und meine Nerven :D



  • Hi Natalie! Puh, ich kann das teilweise echt nachvollziehen. Bei uns ist die Situation so, dass er älter ist und seine Diss letzten Winter endlich (!) abgeschlossen hat und ich selbst jetzt erst begonnen hab. Mich hat das auch irgendwie wahnsinnig mitgestresst, dass er da über 10 Jahre nicht in die Pötte gekommen ist und habe gleichzeitig ein bisschen Angst davor, dass uns im Umkehrschluss das Gleiche nochmal mit meiner Promotion blüht... Es ist wirklich nicht zu unterschätzen, wie sehr sowas aufs Privatleben und die Beziehung überschwappen kann. Feel you!



  • Meine Güte, ihr habt aber auch wieder Probleme... Gleich kommen wieder welche mit der "Seid froh, dass Ihr überhaupt n Partner habt" Keule, und da haben die auch Recht. Gibt doch in jeder Partnerschaft besserer und schlechtere Zeiten – und wenn das bei euch nur wegen einer Promotion kriselt, dann gehts euch ja ansonsten ziemlich gut. Chillt mal, das ist ja alles zeitlich absehbar.



  • Hey zusammen, also ich hab keinen wirklichen Erfahrungsbericht, den ich teilen kann, kenne das Problem aber von Freunden und Bekannten. Hab auch schon Scheidungen erlebt, die sich angeblich an diesem Thema aufgehängt haben :D Wobei ich das für ziemlich überzogen halte. Andere Beziehungen haben auch mit den Karrieresteps des Partners zu kämpfen und das ist ja praktisch vergleichbar. Dass es ein Problem darstellt, kann ich also sehr gut verstehen. Wie man es löst...no clue. Aber alles Gute!



  • Naja im Vergleich zu anderen Dingen, die als externe Faktoren eine Beziehung belasten können, ist eine Dissertation ja zeitlich begrenzt und das Ende absehbar. Ich sehr das nicht so eng... das ist ja jetzt nix Existentielles. Also ich verstehe, dass es dich oder andere im Einzelfall belastet aber ich glaube, wenn mans mal im Großen Ganze betrachtet, ist das ja wirklich nur Pillepalle in meinen Augen.



  • Ich verstehe dich absolut Natalie! Ich würde an deiner Stelle versuchen, so nett wie möglich Unterstützung zu bieten. Wahrscheinlich gibt er nicht ab, weil sein Selbstvertrauen/Vertrauen in seine Diss niedrig ist. Wenn du dann kommst und ihn dafür kritisierst (total verständlich!), sinkt das Vertrauen noch mehr. Versuche ihn aufzubauen. Kommt dir dann auch selbst entgegen, weil er vermutlich weniger empfindlich wird und abgeben wird.



  • @cleo Du sprichst mir da ja aus der Seele :D Ich denke auch: Wenn ich mich darum kümmere, dass es ihm gut geht, wird das auch positive auf die gesamte Stimmung und damit auch mich zurückfallen. Auf der anderen Seite muss ich ans Zitat aus "Keinohrhase" denken "Du musst dich selbst drum kümmern, dass du glücklich wirst. Das ist purer Egoismus, wenn du den ganzen Tag frustriert Zuhause rumsitzt und du von jemanden anders erwartet, dass der dich permanent glücklich macht. Außerdem ist es doch normal, dass man auch mal unglücklich ist. Ich lauf auch nich den ganzen rum und sag:"Hey, das leben is geil!" :D Aber Vielleicht ist das jetzt einfach mal eine Phase, wo es eben doch mein Job ist...


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