Arbeitslosenquote unter Akademikern 2,2% 2019?



  • Huhu,

    was denkt ihr über die Arbeitslosenquote unter Akademikern? Die ist ja auch wieder 2019 so niedrig, dass man es eigentlich nicht glauben kann. Ich für meinen Teil hab' schon etwas Schiss vor dem Berufseinstieg und halte diese Zahl von 2,2% einfach nicht für wahrheitsgemäß. Es gibt doch viele, die auch nach einem halben Jahr nach dem Abschluss noch keinen Beruf gefunden haben und einfach in einem anderen Job weit unter ihren Qualifikationen jobben. Wie fallen da auch Minijobber ins Bild? Würde gerne eure Meinungen hören!



  • Du hast das schon richtig erkannt, dass die Arbeitslosenquote nicht tatsächlich die Realität abbildet. Um in diese Quote aufgenommen zu werden, musst du dich arbeitslos melden und da viele Akademiker sich trotz vorübergehender Arbeitslosigkeit nicht beim Arbeitsamt als solches melden, gehen sie eben nicht in die Statistik mit ein. Minjobber werden da genauso wenig aufgenommen.

    Ich denke, dass die die Arbeitslosenquote unter Akademikern einfach nicht viel aussagt; man sie aber nicht wirklich viel besser erfassen kann.



  • Gebe Cleo recht, viele Akademiker melden sich - selbst wenn sie es de facto länger sind - aus Scham oder anderen Gründen nicht arbeitslos. Man darf ja auch nicht vernachlässigen, wie viele Auflagen man erfüllen muss, sobald man da im System ist. Wenn ich nach meinem Studium große Probleme gehabt hätte, wäre ich wieder zu meinen Eltern gezogen und hätte gekellnert oder im Supermarkt gejobbt, bis ich was anständiges gefunden habe. Viele, die gerade ihren Abschluss gemacht haben, haben ja einfach oft diese Möglichkeit, da sie auch keinen richtig Hausstand haben, sondern inner WG wohnen und noch recht flexibel mit dem Ausziehen sind.



  • Hey hey, ich glaube, wenn man selbst grade noch Student ist, nimmt man das ganz gravierender wahr, als es wirklich ist. Da machen sich alle bisschen Stress, manche fangen auch schon mit Konkurrenzgerangel bezüglich akademischer Stellen an und das Thema ist irgendwie viel präsenter, als es nach dem Abschluss an häufig ist – das war zumindest mein Eindruck. Ich hab mich phasenweise als Geisteswissenschaftler damit auch bisschen gestresst aber mittlerweile (und das schon seit längerem) glaube ich einfach an den Ansatz, dass man als Geisteswissenschaftler auch einfach gut "denken" im wahrsten Sinne des Wortes erlernt hat. Man kann sich meistens sehr gut autodidaktisch Dinge selbst beibringen und somit kommt man in den verschiedensten Berufsbranchen unter – sofern man bereit dazu ist, sich wirklich breit auf dem Markt nach Stellen umzusehen. Einfach nicht zu engstirnig die Sache angehen und, auch das hat sich bei mir bewährt: Ruhe bewahren :) Es wird sich alles regeln und auch ein paar Monate mit geringfügigen Jobs zu überbrücken, die vielleicht nicht der Traumjob fürs Leben sind, kann neue und wertvolle Erfahrungen und Perspektiven bieten.



  • Also ich weiß nicht so recht: Ist einem nicht klar, dass man bei der Wahl eines solchen Studienfachs tendenziell halt Richtung Arbeitslosigkeit studiert bzw. sich bewusst sein muss, dass man später höchstwahrscheinlich mit fachfremden Jobs sein Geld verdient? Ich verstehe da um ehrlich zu sein nicht so genau, warum sich da dann immer alle drüber beschweren. Ist doch von Anfang an klar, dass es mehr Studis bzw. Absolventen als Jobs gibt :D no offense!



  • @kollega Ja gut, aber darum geht es ja nicht. dann könnte man ja auch dagegen argumentieren und sagen: Wieso werden so viele Studienplätze in diesem Bereich geschaffen bzw. freigegeben, wenn es für Abschlüsse dieser Art überhaupt keine Jobs gibt. Man weiß schon, dass man - im Vergleich zu einem Mediziner oder Lehrämtler - nicht auf ein genau definiertes Jobprofil hinstudiert, aber ich such ja meinen Studiengang nicht aus nach dem Motto "Wo gibts sicher die meisten freien Stellen später". Bzw. widerspricht das meiner Auffassung dessen, warum man sich für sein Studium interessieren und entscheiden sollte.



  • Ich teile die Meinung: Wenn man nicht auf potenzielle Arbeitslosigkeit hin studieren will, sollte man sich vielleicht einen Studiengang suchen, bei dem die Jobaussichten nicht ganz so katastrophal sind. Also es zwingt einem ja niemand, was aus den Geisteswissenschaften zu studieren ...



  • Ich ignoriere mal das Gebashe über mir und befasse mich wieder mit der eigentlichen Frage: Liebe @gluecksmarie, solchen Zahlen schenke ich generell nie so viel Glauben. Betreu dem Motto: "Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast" :D Ich finde auch nicht, dass man einen "Anspruch" auf seinen Traumjob hat, nur weil man dieses oder jedes studiert hat. Man kann auch außerhalb des Studienfachs thematisch glücklich werden im Berufsleben. Und mein Tipp: Fokussier dich auf die Situation, in der du jetzt bist! Belaste dich nicht unnötig mit Gedanken dazu, was eventuell später mal sein könnte – da gibt's noch genug Zeit, um sich einen Kopf zu machen, sollte es wirklich mal zum worst case kommen :D



  • Jo was geht denn bei euch ab :D Also ich kann gut verstehen, dass man sich da Gedanken macht. Zumal sich die Jobaussichten auch im Laufe eines Studiums ja einfach noch extrem ändern können: Der Markt ist so schnelllebig, dass das nach 3-5 Jahren auf einmal ganz anders aussehen kann, als zum Zeitpunkt des Studienbeginns. Und in einer Gesellschaft, in der alle nur noch das studieren und sich dafür interessieren, wo es grade die besten Jobs gibt -- na dann aber gute nacht.


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