Nebenjob während Studium?



  • @bonbelle ich habe jetzt ein angebot für einen 450 EUR Job. Gastro, teilweise mit Nachschichten. Go or no go?



  • @pips go





  • Ich habe meinen Bachelor jetzt schon fertig zum Glück. ^^Aber mit dem Arbeiten nebenbei hats immer gut geklappt.



  • Ich würde nach meiner eigenen Erfahrungen und der von Freunden sagen, dass es wirklich darauf ankommt was du studierst und was für ein Typ du bist. Es gibt sehr sehr sehr große Unterschiede in der Studienbelastung, je nach Fach. Als Jurist oder Mediziner hat man kaum Zeit, überhaupt ein paar Stunden nebenher zu arbeiten, ohne dass die Uni Leistung darunter leidet. Andere Fächer sind weniger schwierig, haben weniger Präsenzstunden und bis auf die Klausuren am Ende, gibt es genug Zeit um auch 20 Stunden neben dem Studium zu arbeiten. Dann kommt es natürlich auch darauf an, was für ein Typ Mensch man ist. Wie leicht fällt einem Lernen? Wie diszipliniert ist man? Hat man ein gutes Time Management? Und so weiter und so weiter... Ich habe am Anfang meines Psychologiestudiums gekellnert und habe es kaum als Belastung empfunden, da es so komplementär war. Ich konnte laufen statt rumzusitzen und konnte mich physisch betätigen ohne mich geistig überanstrengen zu müssen. Die Zeiten waren manchmal schwierig, aber ansonsten habe ich Kellnern als guten Ausgleich zum Studium empfunden. Das Trinkgeld kommt für Studierende mit Bafög auch gut, da es steuerfrei ist und nicht von dem Bafög Satz abgezogen wird. Meinen Job, den ich gerade in einem Forschungsinstitut ausübe, ist dagegen wirklich fordernd und hilft mir mein Wissen aus dem Studium zu vertiefen. Ich arbeite dort auch mehr, da ich als Werkstudentin arbeite. Mitten im Bachelor hätte ich das wohl eher nicht geschafft.



  • Gebe cleo Recht. Es kommt immer darauf an wie gut man lernen kann und wie fordernd das jeweilige Fach ist. Man darf aber auch nicht den Ehrgeiz vergessen. Ich habe Bekannte und Kommilitonen die auf Lehramt studieren, nicht nebenher arbeiten gehen (weil sie nicht müssen und ihre Eltern alles bezahlen) und einfach nur "die beste Zeit ihres Lebens" genießen und es sogar schaffen, weniger für ihr Studium zu tun als mach ein anderer mit einer Werkstudentenstelle mit 20 Stunden die Woche. Außerdem gibt es ja auch genug Fächer, bei denen die Noten alles bedeuten und andere Fächer, die so gefragt sind, dass man es auch mal ruhiger angehen lassen kann.



  • Ich arbeite neben meinem Studium bis zu 20 Stunden die Woche und in den Semesterferien kann ich bei meinem Arbeitgeber meistens Vollzeit arbeiten. Ich muss aber auch sagen, dass ich leider das Geld brauche. Ich würde generell sagen, wenn man nicht arbeiten muss, sollte man nicht arbeiten und man sollte auch nicht mehr arbeiten als man es geldtechnisch muss. Das Studium steht im Vordergrund und wenn man die Ressourcen hat, nicht oder wenig arbeiten zu müssen, warum sollte man seine wertvolle Zeit verschwenden, die man besser mit Lernen verbringen könnte? Das bisschen was man als Werkstudent meistens verdient, ist es nicht wert, seine Noten eventuell zu verhunzen. Ich verstehe einfach nicht die Studenten, die arbeiten gehen, am besten noch spät nachts in der Gastro, obwohl sie von ihren Eltern finanziert werden, nur damit sie noch mehr feiern gehen können. So ein Schwachsinn. Dann lieber noch paar Praktika reinhauen. Ich wünschte ich könnte weniger arbeiten. Leider sind die Mieten allerdings so teuer und ich bekomme auch kein Bafög, dass mir gar keine andere Wahl bleibt.



  • Ich bin wirklich froh, dass ich neben meinem Studium nicht arbeiten muss. Ich nehme mein Studium aber auch wirklich ernst. Ich kenn da auch viele Fälle @curryking, die einfach hart chillen. Mir ist bewusst, dass ich durch die Unterstützung von meinen Eltern viele Vorteile habe und auch ein einfacheres Uni-Leben. Ich wohne allerdings im Wohnheim auf dem Campus, habe mir keine teure Wohnung in der Nähe der Partymeile gemietet und bin meistens am längsten in der Bibliothek. Irgendwie muss ich ja beweisen, dass ich nicht alles in den Arsch geschoben bekomme :D



  • @scrappy und @curryking ich muss euch mal wirklich zustimmen! Ich find' es richtig gut, dass es dir so bewusst ist, was für einen Vorteil du hast und dass du dich nicht auf deiner faulen Haut ausruhst sondern dennoch was beweisen willst. Ich hätte wohl auch Jura eventuell - man weiß ja nie- fertig studiert, hätte ich nicht so viel neben dem Studium arbeiten müssen.

    In Jura war das ganz extrem. Diejenigen, die aus einer Akademikerfamilie mit Geld dahinter stammten, hatten es so viel leichter. Da gab es bereits zu Beginn des zweiten Semesters Repetitoren und zwar private und NUR Jura, keine Arbeit. Ich musste gerade am Anfang kellnern und hatte einen sehr unzuverlässigen Chef, was mich leider ganz viele Nerven gekostet hat. Oft kam es vor, dass ich fünf Schichten pro Woche hatte, mich dann drei Stunden lang komplett auspowern musste, wenn das Restaurant Rush hour hatte, nur um dann wieder heimgeschickt zu werden, wenn es wieder etwas ruhiger war. Da kam es häufiger vor, dass ich zwar fünf Mal die Woche gearbeitet habe, aber dennoch dann nur auf fünfzehn Stunden Gehalt kam. Als es mit dem Restaurant schlechter wurde, kam es auch schon mal vor, dass alle meine Schichten innerhalb einer Woche immer kurzfristig (eine halbe Stunde vor Beginn) abgesagt wurden und ich nicht mehr wusste, wie ich noch mein Essen finanzieren sollte. Dazu kam der ganze Stress mit der Uni, viele konnten einfach tagelang lernen, da das Studium das einzige war, um das sie sich kümmern mussten. Und dann haben sie sich schön von Mamis und Papis Geld verwöhnen lassen, weil das hat "man" ja verdient, nach der ganzen Lernerei. Zur Massage gehen oder einmal die Woche richtig Geld im Club lassen. Wenn mein Chef mal zwei Wochen wieder fast alles abgesagt hat, konnte ich mir nicht mal ein Bier vom Späti holen um ein bisschen abzuschalten. Ja ja, Klassengesellschaft sag ich da nur.

    Ich bin jedenfalls froh, dass ich mich dann gegen Jura entschieden habe. War eh nicht meine Welt.



  • @antiaging Ja, das Dilemma kenne ich. Ich selbst habe auch das Glück, dass meine Eltern mich unterstützen und glaube mir, ich weiß das zu schätzen und lass das nicht raushängen. Freunde von mir haben es nicht so gut und müssen sich ihr Geld sauer verdienen. Und vor denen ziehe ich wirklich meinen Hut. Zwei, drei von ihnen haben trotz Nebenjob einen Bombenabschluss hingelegt und ich habe mich wirklich gefragt, wie sie das (organisatorisch und von der Motivation) hinkriegen.


Anmelden zum Antworten
 

Es scheint als hättest du die Verbindung zu Thesius Forum verloren, bitte warte während wir versuchen sie wieder aufzubauen.